Preise für deine Kunst festlegen: Mach nicht diese 7 Fehler

Die Preise für deine Kunstwerke bestimmen, das kann echt anstrengend sein. Auch ich hatte damit zu kämpfen, gerade als ich mit der Galerie angefangen habe. Dabei habe ich schnell gemerkt, dass ich die Werke nur gut verkaufen kann, wenn ich selbst davon überzeugt bin und die Preise sich richtig für mich anfühlen.

 

Darum habe ich mich eingehend mit dem Thema Preise für Kunst beschäftigt und mit der Zeit viel darüber gelernt.

 

Heute möchte ich 7 häufige Fehler bei der Preisgestaltung mit dir teilen, die mir öfter begegnen und dir ein paar Gedanken dazu geben, wie du es besser machen kannst. 

Falls du lieber ein Video anschaust, statt zu lesen - hier erzähle ich dir die 7 häufigen Fehler bei der Preisgestaltung für Kunstwerke

Fehler 1: Du fragst andere, wie sie deine Preise finden

Frag bitte nicht andere, ob deine Preise so okay sind oder was sie zahlen würden.

Du wirst merken, dass du darauf viele Antworte bekommst - und zwar von: "Was, das ist viel zu günstig!" bis hin zu "Viel zu teuer!" 

 

Das Problem ist, dass du vermutlich nicht die richtigen Menschen fragst. Denn es kommt einzig darauf an, ob die Menschen, die sich für deine Kunst interessieren, den Wert in deiner Arbeit sehen und bereit sind, den Preis dafür zu bezahlen. 

 

 

Was deine Partnerin, dein Ehemann, deine Mutter, dein bester Freund oder deine Kollegin darüber denken - das spielt echt keine Rolle, denn sie haben vermutlich nicht das Bedürfnis, deine Kunst zu kaufen (Gerade wenn die Person sowieso deine Kunst zu Hause haben kann :) 

 

Frag bitte auch nicht direkt deine Kundinnen und Kunden: Denn, was sollen sie denn darauf antworten? 

 

Für dein Publikum ist es vorteilhaft, wenn du sicher deine Preise nennst und sie nicht als Frage (und damit als Einladung zu Preisverhandlungen) in den Raum stellst. 

Fehler 2: Du hast deine Preise an Leuten ausgerichtet, die es "geschafft" haben

Es kann auch sein, dass du deine Preise an Leuten orientierst, die es offensichtlich geschafft haben oder dort stehen, wo du gerne hin möchtest. Oder du richtest dich nach Meinungen von Profis oder Büchern, die sagen: "Du darfst nicht unter Künstlerfaktor 10 starten". (*Was ein Künstlerfaktor ist, das kannst du hier lesen oder du erfährst es in meinem Preisworkshop

 

Dabei weißt du nicht: 

  • Wie war ihr Weg dahin?
  • Wie viel verkaufen sie wirklich?
  • Wie viel investieren sie in ihr Marketing?

Oder haben sie vielleicht noch andere Einkommensquellen?

Vielleicht illustrieren sie ja hauptsächlich und erfolgreich Bücher, verkaufen gar nicht auf Instagram sondern alles direkt aus ihrem Atelier über Empfehlungen (was keine schlechte Idee ist) oder sie geben Kunstkurse - das sind alles Einnahmequellen, die auch du in Betracht ziehen kannst, klar. 

 

Oder sie haben einfach ein gutes Vermögen geerbt, einen Mäzen oder eine reiche Frau? 

Ein Risiko, wenn du mit zu hohen Preisen startest: 

 

  • Du stehst nicht sicher hinter deinen Preisen, weil sie sich für dich zu hoch anfühlen
  • Du verkaufst wenig oder gar nicht
  • Wenn du später deine Preise senken möchtest, führt das zu Irritation in deinem Publikum (Selbst, wenn sie noch gar nicht gekauft haben, sondern dir einfach eine Weile folgen und sich für dich und deine Arbeit interessieren).

Fehler 3: Du verlangst viel zu niedrige Preise

Zu niedrige Preise verlangen, diesen Fehler sehe ich noch öfter als zu hohe Preise.

 

 

Dahinter steckt das Gefühl, nicht gut genug zu sein, es hat viel mit dem Selbstwertgefühl und mit deiner Einstellung gegenüber Geld zu tun - Stichwort Money Mindset. Wenn du dann ein Kunstwerk verkauft hast, fühlt es sich irgendwie nicht gut an, weil dir der Ausgleich an Wert - an Energie fehlt.

 

Zu niedrige Preise können dein Publikum irritieren, besonders, wenn sie durch dein Auftreten, deine Arbeiten, deine Botschaft von einem höherem Preis ausgegangen sind. Sie spüren dann: Das ist seltsam, es überzeugt mich nicht. 

 

 

Erkenne den Wert in deiner Kunst, den Wert, den du mit deiner Kunst an andere Menschen gibst. 

Fehler 4: "Du bist zu teuer" - diese Worte treffen dich hart

Es ist Fakt: Es wird immer Menschen geben, die deine Preise zu teuer finden.

 

Das hier sehe ich oft in Kunstforen:

Da werden Auftragswerke angefragt und wenn die Künstlerin dann 250 EUR für ein Werk möchte, in das sie 10 Stunden Arbeit gesteckt hat und dazu Material im Wert von 100 EUR - also definitiv einen viel zu niedrigen Preis - dann gibt es immer noch jemanden, der sagt: "Was? Das ist viel zu teuer!"

 

 

 

 

Bitte nimm das nicht persönlich. Es heißt einfach nur, das es für diese Person jetzt in diesem Moment zu teuer ist - sprich: Sie erkennt nicht den Wert darin. 

 

Warum?

Weil manche Menschen sich noch gar nicht damit beschäftigt haben, wieviel Arbeit darin steckt. Sie vergleichen es mit Fertigdrucken von Ikea oder denken, du machst das sowieso, weil es ja dein Hobby ist. Oder weil sie einfach ganz andere Erwartungen haben. 

Diese Menschen sind dann vermutlich einfach nicht die richtigen für dich und deine Werke. 

 

 

Übrigens: Du darfst Geld für deine Arbeit verlangen, gerade wenn Kunst erschaffen dir Spaß macht! 

Fehler 5: Du hast verschiedene Preise, je nach dem, wo du verkaufst

Grundsätzlich ist die Idee richtig: 

In einer Super-teuren Galerie werden Werke mit anderen Preisen hängen, als wenn du deine Arbeiten auf einem Kunst&Kreativ-Markt oder auf der Straße anbietest. 

 

Aber bitte achte darauf, dass gleiche Werke den gleichen Preis haben, egal, wo du sie verkaufst. 

 

 

Denn deine Käuferinnen und Käufer werden sich sonst wundern, wenn sie ein Bild für 1000€ kaufen und später auf einem Markt oder auf deiner Website bietest du ein sehr ähnliches Werk für 500€ an. 

 

Ja, Galerien nehmen normalerweise eine Provision von etwa 50%. Trotzdem ist es keine gute Idee, deine Werke aus dem Atelier heraus günstiger zu verkaufen:

  • Deine Kundinnen und Kunden werden das nicht verstehen
  • So möchte keine Galerie mit dir arbeiten

 

Auch wichtig: Wenn du deine Arbeiten selbst vermarktest und verkaufst, dann hast du einen Extra-Aufwand. Denn du möchtest sichtbar sein, Beziehungen zu deinem Publikum pflegen, investierst vielleicht in Anzeigen oder einen Kurs für Instagram oder Zeit und Energie in deine eigene Ausstellung. Genau diese Zeit und Geld kannst du dann nicht direkt in deine kreative Arbeit stecken. 

 

Was du aber gut machen kannst: In den verschiedenen Umgebungen andere Werke anbieten. Auf dem Kunstmarkt passen eher Drucke oder kleinere Arbeiten, die leichter mitgenommen werden. 

Fehler 6: Du denkst: Meine Kundinnen und Kunden können sich sonst meine Kunst nicht leisten

Natürlich ist es toll, wenn du erschwingliche Arbeiten anbieten möchtest. Ja, ich bin sehr dafür, dass "normale" Menschen sich Kunstwerke leisten können sollen. 

Dennoch ist es wichtig, dass auch du etwas davon hast, deine Kunst zu verkaufen.

Eine Idee ist es, extra eine Serie oder Drucke zu erschwinglichen Preisen anzubieten. 

 

Gut zu wissen:

Es gibt immer jemanden in deinem Publikum, der genug Geld hat und es auch gerne für dich geben möchte. 

 

Vergiss also nicht, auch ein Angebot für die Menschen zu haben, die gern das Beste von dir wollen. 

Fehler 7: Wenn ich meine Preise anhebe, werde ich bestimmt weniger verkaufen

Ob das wirklich stimmt? Das wirst du erst wissen, wenn du es probiert hast.

Sogar das Gegenteil kann passieren. Der Preis sollte mit dem Wert übereinstimmen, den du in deiner Kunst siehst - und es ist Teil deiner Arbeit, diesen Wert zu vermitteln.

 

Wenn du deine Preise erhöhst, kann vieles passieren. Es kann sein:

1. Du verkaufst weniger

2. Du verkaufst genauso viel - zum höheren Preis

3. Du verkaufst mehr - zum höheren Preis

 

4. Es ergeben sich neue Möglichkeiten für Ausstellungen, Kooperationen oder Aufträge

Woran solltest du dich denn nun orientieren?

Setze deine Preise so, dass du voll und ganz hinter ihnen stehst

 

Wenn du dich mit deinen  Preisen sicher fühlst, dann strahlst du das auch aus und kannst so auch gut verkaufen.

 

 

Wenn dir Preiserhöhungen und Preisgespräche den Schweiß auf die Stirn treiben, dann ist es Zeit, an deinem Money-Mindset zu arbeiten, also an deinen Glaubenssätzen zum Thema Geld. Da können ganz alte Denkweisen, die du als Kind erlernt und erlebt hast, eine Rolle spielen.   

Warum dir ein System für deine Preise helfen kann

Ein festes System kann dir dabei helfen, deine Preise einfach und transparent zu setzen, ohne, dass du jedes Mal neu darüber nachdenken musst.

 

Fühl dich sicher mit deinen Preisen

Es bewahrt dich dafür, zu wenig zu verlangen und unterstützt dich dabei, selbstsicher hinter deinen Preisen zu stehen - denn du hast dir etwas dabei gedacht. 

 

Wenn du deine Preise nach und nach anheben kannst, zeigt es dir auch, wie du dich entwickelst und welchen Wert du mit deiner Kunst in die Welt bringst. 

 

 

Wie für alle Regeln oder Systeme gilt: Du kannst und darfst die Regeln brechen, wenn es sich für dich passend anfühlt.

Finde die Preise für deine Kunst - Workshop im Juli

Wie findest du nun Preise, die richtig gut zu dir passen?

Dazu gebe ich demnächst wieder einen Workshop: Finde die Preise für deine Kunst

 

Darin stelle ich drei Methoden vor, mit denen du deine Preise bestimmen kannst und erkläre, welche Faktoren du wirklich beachten solltest. Dazu gebe ich dir wertvolle Anregungen, wie du deine Preise zu deinen Kundinnen und Kunden vermittelst und dabei Vertrauen aufbaust. 

 

Ich freue mich schon sehr darauf, vielleicht auch dich im Workshop mit deinen Preisen zu unterstützen.  

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Kommentare: 2
  • #1

    Christiane Kahn @gluecksamen (Samstag, 16 Juli 2022 16:56)

    Ganz großartige und sehr hilfreiche Informationen. �❤️
    Ich werde mir auf jeden Fall auch Dein nächstes Tutorial anschauen! ��

  • #2

    Susanne von Beuteltier Art (Dienstag, 19 Juli 2022 17:36)

    Dankeschön, Christiane, es freut mich sehr, dass es dir hilft.
    Viele Grüße
    Susanne