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Pirina - Lesung von Autor Florian L. Arnold

Illustration und Autorenfoto von Florian L. Arnold
Illustration und Autorenfoto von Florian L. Arnold © Florian L. Arnold

Pirina - Eine Geschichte von Flucht und Verlorengehen und der Suche nach Liebe und Heimat

Autor Florina L. Arnold liest zur Leipziger Buchmesse aus seiner Erzählung.

Moderation: Barbara Miklaw. Die Illustrationen aus dem Buch sind ausgestellt. 

  • Donnerstag, 21.03.2019
  • 19:00 Uhr 
  • Eintritt frei

 

Zuerst sind es nur Geräusche hinter der dünnen Wand zur Nachbarwohnung, die der Erzähler wahrnimmt, und die ihm im Laufe der Zeit immer vertrauter werden. Dann lernt er Pirina kennen, geflohen aus einem fernen Land, wie er selbst. Sie erzählen sich ihre Geschichte, die Geschichte ihrer verlorenen Eltern und ihrer verlorenen Heimat.

Cover des Buches: Pirina - Erzählung von Florian L. Arnold
Cover des Buches: Pirina - Erzählung von Florian L. Arnold

15 Illustrationen für Pirina

 

Der Autor und Zeichner Florian L. Arnold schrieb diese Liebesgeschichte poetisch, schmerzlich und wunderschön und illustrierte sie mit fünfzehn Grafiken.

 

 

Illustration aus dem Buch © Florian L. Arnold
Illustration aus Pirina © Florian L. Arnold
Illustration aus Pirina © Florian L. Arnold
Illustration aus Pirina © Florian L. Arnold

Auszug aus dem Text:

"Er wusste es besser: Sie lebte da drüben, in der Wohnung neben ihm. Sie atmete, sie sang, sie kochte, sie öffnete das einzige Fenster und schloss es wieder. Doch alles geschah so leise, beinahe unbemerkbar, dass er, selbst wenn er mit dem Ohr in das Holz hineinzudringen versuchte, immer noch glaubte, sie zu träumen.

Er wollte sich ihre Welt vorstellen, dort drüben: wie das Wasser in einem zerschossenen Emailletopf sprudelte auf einem Gaskocher, wie das Licht über die mit grauem Papier überzogenen Sperrholzwände strich und eine Ahnung gab von der Weite der Welt. Wie die Kohlen in dem kleinen schwarzen Eisenofen dunkel glommen, wie es nach Petersilie und Kartoffeln und Zwiebeln roch und wie ihre Hände über die aufgeraute Maserung des Holztisches strichen.

Er stellte sich die aufgerissene Hafermehltüte vor und die Holzdielen, die von vilen Menschenschuhen und -füßen zu einem hellen, wie poliert aussehenden Farbton abgescheuert worden waren und auf dem der Schatten ihres Körpers tanzte, dabei sich über die Wände, die Möbel ausbreitete.

Einen lebendigen Schatten sah er, einen helldunklen Schatten mit einem Eigenleben. Eine Hand sah er, die schnell ins Haar fährt. Ihr Haar, das glaubte er zu wissen, müsse dunkel sein, schwarz vielleicht, mit einem Blaureflex darin, als habe die Nacht etwas von ihrer endlosen Tiefe in ihr Haar gewoben. Anders konnte er sie sich nicht denken."

 

Florian L. Arnold: Pirina. Erzählung

ISBN 978-3-947857-00-5

 

 

 

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