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5 Tipps: Was Künstler:innen machen können, um bekannt zu werden - besser als eine Galeriebewerbung

Im letzten Blogpost habe ich beschrieben, welche Gründe dahinter stecken können, wenn eine Kunstgalerie bei einer Künstlerbewerbung absagt. Das Fazit ist, dass Galerien sich oftmals keine Bewerbungen wünschen. Viel lieber möchten sie ihre Künstler:innen selbst finden.

 

Aber was kannst du machen, um entdeckt zu werden? Und zwar nicht nur von Galerien, sondern auch von Kurator:innen und Kunstliebhaber:innen, die deine Kunst kaufen möchten? Wie kannst du es schaffen, bekannt zu werden?  

 

Lies hier meine 5 Tipps dazu. Am Ende gibt es den wichtigsten Punkt als Bonus-Tipp! 

5 Tipps was Künstler:innen machen könne, um bekannt zu werden, ohne Galeriebewerbung

Wie ticken Galeristinnen, Kuratoren und Kunstliebhaberinnen?

Eines haben sie alle gemeinsam :)

Diese Menschen lieben Kunst. Selbst wenn sie gerade nicht aktiv nach Künstler:innen oder Kunstwerken suchen, so halten sie doch immer die Augen und Ohren offen. Wie die meisten Menschen mögen sie es dabei einfach und bequem. 

 

Die folgenden Tipps zeigen, was du machen kannst, um besonders gut gefunden zu werden. Alle Tipps sind Anregungen und natürlich kein Muss. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, die ebenfalls gut funktionieren können. 

Am Ende empfehle ich dir, dich auf deine Stärken zu besinnen: Such dir das aus, was du gut kannst und dir Spaß macht, um deinen Weg zu finden. 

 

Außer natürlich der Bonus-Tipp, der gilt immer :)  

Tipp 1: Sei selbst aktiv

Menschen, die sich für Kunst interessieren, findest du besonders oft in Galerien, auf Kunstmessen, auf Vernissagen oder beim Kunsthochschulrundgang. Manche kunstverliebte Person liest den Kulturteil in der Zeitung oder schaut im Netz, wo es im Ort bald wieder eine Ausstellung zu sehen gibt. 

 

Wenn du dort sichtbar wirst, weil du zum Beispiel gerade eine eigene Kunstausstellung in deinem Garten organisierst und es geschafft hast, jemanden von der Presse dazu einzuladen, dann bekommst du eine gute Chance, gefunden zu werden.

 

 

Deswegen mein erster Tipp: Sei selbst aktiv 

Mach deine eigene Ausstellung: Menschen in einer Kunstausstellung, die Bilder anschauen
Mach deine eigene Ausstellung: Foto von Daria Sannikova (Pexels)

Mit jeder Aktion wirst du sichtbarer, du lernst neue Menschen kennen und es ergeben sich neue Chancen und Wege für dich. Such dir aus den Möglichkeiten das aus, was gut zu dir passt oder lass dich zu weiteren Ideen inspirieren: 

 

  • Organisiere deine eigene Ausstellungen, allein oder mit anderen Künstlern
  • z.B. in Krankenhäusern, Gerichten, in einem leeren Geschäft oder bei dir im Atelier
  • Öffne einen Pop-Up-Store
  • Nimm an Kunst-Wettbewerben teil
  • Besuche selbst Vernissagen und Rundgänge
  • Lass dich für eine Zeitung, einen Blog oder einen Podcast interviewen
  • Biete einen Kunstkurs an

Tipp 2: Übe, dich vorzustellen

Kunstinteressierte Menschen können dir überall begegnen. Du triffst sie im Sportverein, in deiner direkten Nachbarschaft, auf der Hundewiese, in der Facebook-Gruppe, auf dem Wochenmarkt oder bei einem Konzert. Es kann ständig und überall passieren, dass du jemanden triffst, der sich für deine Kunst interessiert. 

 

 

Darum ist mein zweiter Tipp: Übe, dich vorzustellen

 

Stell dir vor, du kommst ins Gespräch und du wirst gefragt, was du machst.

Kannst du in zwei bis drei Sätzen sagen:

  • Wer Du bist?
  • Was Du machst?
  • Was Deine Arbeit ausmacht und wieso sie einzigartig ist? 

Und zwar kurz, klar und so, dass es im Kopf hängen bleibt und neugierig auf mehr macht? Das ist nämlich gar nicht so einfach, aber zum Glück machbar. Ein bekannter Begriff dafür ist Elevator Pitch, aber ich nenne es einfach "Dich vorstellen" :)

Menschen auf einer Party, die sich kennen lernen und vorstellen
Übe bei jeder Gelegenheit, dich vorzustellen: Foto von Fauxels (Pexels)

Diese Vorstellung kannst und solltest du tatsächlich vorbereiten und üben, damit du bei der nächsten Gelegenheit alles locker über die Lippen bringst. 

 

Was der Inhalt ist, dazu könnte ich einen Extra Blogpost schreiben. (Soll ich? Dann schreib mir gern einen Kommentar)

 

Wichtig ist: Kurz und knackig, und der andere sollte bildhaft vor Augen haben, was du machst.

 

 

Die Worte kannst du vorher fleißig testen, an deinen Freunden, in der Familie, bei den Nachbarn, bis es dir immer leichter fällt und die Formulierung immer klarer wird.  

Ich hatte mal zwei junge Männer bei mir in der Galerie, die wollten bei mir Flyer für ihr neues Geschäft auslegen. Also hab ich sie gefragt, für was die Flyer sind und um was es in ihren Geschäft geht.

Die beiden hatten ihren "Pitch" offensichtlich geübt und mir wie auswendig gelernt vorgetragen. Das war toll!

Trotzdem hatte ich nicht verstanden, worum es ging, obwohl ich zweimal nachgefragt habe. Denn sie hatten leider sehr viele Business-Worte eingebaut, unter denen ich mir nichts vorstellen konnte.

 

 

Extra-Tipp: Formuliere deine Vorstellung am besten so, dass es deine 70-jährige Nachbarin oder ein 10-jähriges Kind versteht.  

Tipp 3: Sei auf Instagram aktiv

Yeah, du hast die Hürde gemeistert und dich freundlich und spannend vorgestellt. Jetzt ist die Person neugierig auf dich - weil sie nämlich Kunst mag. Also zückt sie ihr Handy (Ja, auch 70-jährige zücken mittlerweile gern das Handy) und sagt: Toll, kann ich dir auf Insta folgen?

Jemand hält ein Handy in der Hand und klickt auf Instagram
Sei auf Instagram aktiv: Foto von Energepiccom (Pexels)

Der dritte Tipp: Sei auf Instagram aktiv

 

Klar, es gibt sehr viele Orte im Netz, um deine Kunst zu zeigen. Aber aktuell hat sich Instagram als die Plattform erweisen, auf der sehr viele Künstler:innen präsent sind. Denn dieses Netzwerk ist auf Bilder orientiert und wurde ursprünglich entwickelt, um Portfolios zu teilen. 

 

Wo viele Künstler:innen sind, da sind auch die Kunstliebhaber, Kuratorinnen und Galeristen. Denn sie wollen schließlich up-to-date sein. Es ist tatsächlich in der Kunstwelt sehr üblich, erstmal den Instagram-Account zu checken :)

 

(Hier kannst du meinen Insta-Account checken)

So ganz nebenbei ist Instagram ein wunderbares soziales Netzwerk, auf dem du dein Publikum erreichen kannst.

  • Du kommst mit Fans und Gleichgesinnten in Kontakt.
  • Du kannst deine Kunst zeigen und sogar verkaufen.
  • Du kannst dort neue Dinge ausprobieren, kreativ sein und dein Feed zeigt sehr schön deine künstlerische Entwicklung.

Natürlich funktionieren auch andere soziale Medien gut. Wichtig ist, dass du dort aktiv bist, mit den Menschen interagierst und aktuelle Bilder und Gedanken teilst.

Tipp 4 - Sei online sichtbar

Okay, gehen wir weiter in unserem Beispiel: 

Am nächsten Tag denkt die kunstliebende Person an dich und möchte noch mal genauer schauen, wer der interessante Mensch da gestern war. Also sucht sie im Internet nach deinem Namen. Klar, der Name, den du bei deiner Vorstellung genannt hast. 

Was findet sie im Internet über dich? 

 

kreative Künstlerin sitz vor Laptop und schreibt im Internet
Zeig deine Kunst im Internet: Foto von Andrea Piacquadio (Pexels)

Der vierte Lass-dich finden-Tipp: Sei online sichtbar

 

Deine eigene Website, ein Webshop oder ein Profil bei einer Online-Galerie sind neben den Sozialen Medien sehr gute Möglichkeiten, um deine Kunst zu zeigen.

 

Es ist eine Art Schaufenster, deine ganz eigene Galerie, nur eben in der Online-Welt. Natürlich sollst du nicht auf allen Kanälen sichtbar sein, davon rate ich dir sogar ab, denn Du möchtest ja weiterhin Zeit haben, dich deiner Kunst zu widmen.

 

Mal angenommen, du hast eine Website oder ein Profil bei Etsy, oder vielleicht auch nur deinen Instagram-Account: 

 

Der kunstinteressierte Mensch kommt jetzt zum ersten Mal dort hin. Was möchte er wohl gern finden?

 Mich persönlich interessiert vor allem wer du bist und was du machst:

  • Sehe ich dich?
  • Erfahre ich etwas über dein Warum, deine Arbeit und deine Werte (das sogenannte Artist Statement)?
  • Sehe ich eine Auswahl deiner aktuellen Werke oder woran du gerade arbeitest?

Tipp 5: Sei vorbereitet

Du merkst, du kannst nahezu immer gefunden werden, wenn du mit Menschen in Kontakt kommst. Umso mehr Menschen von dir und deiner Kunst erfahren, umso höher liegen deine Chancen, von den richtigen entdeckt zu werden. Wenn du deine Kunst zeigen und vermarkten möchtest (und das möchtest du vermutlich, wenn du von einer Galerie gefunden werden möchtest), dann gibt es ein paar Dinge, über die du dir vorher Gedanken machen solltest. 

 

 

Da du nie weißt, wann du jemanden triffst, hier mein fünfter Tipp: Sei vorbereitet

  • Wenn du spontan eine Anfrage bekommst, auszustellen: Hast du genug Kunstwerke dafür bereit? 
  • Wenn jemand nach deinen Werken fragt, hast du die Möglichkeit, deine aktuellen Arbeiten als Foto zu zeigen - egal ob online oder aufwendiger in einem Katalog?
  • Wenn jemand ein Kunstwerk von dir kaufen möchte: Kannst Du sofort deinen Preis nennen? Kannst du deine Werke auch versenden?
  • Wenn jemand wissen möchte, warum Du Kunst machst: Hast du deine Antwort darauf?
  • Wenn du in einem Interview gefragt wirst, was dich einzigartig macht: Was sagst du? 

 

Fallen dir noch mehr Fragen ein, die dir schon gestellt wurden oder in Zukunft gestellt werden könnten? Wunderbar, sammele sie und finde deine Antworten. 

Extra-Tipp: Wenn du eine Website hast, kannst du sogar eine Extra-Seite für Häufige Fragen anlegen. Solch eine Seite bereite ich auch gerade für meine Website vor. 

Bonus-Tipp: Glaube an dich

Frau steht hinter Kunstwerk, in blauen Farben und buntem Hemd
Glaube an Dich! Foto von rfstudio (Pexels)

 Auch, wenn du denkst, du bist noch nicht so weit, oder du bist noch nicht gut genug:

 

Hab Mut - mach es trotzdem!

 

 

Darum der letzte und gleichzeitig wichtigste Tipp:

 

Glaube an dich. 

  • Sei gut zu dir selbst und mache jeden Tag bewusst etwas für dein Selbstwertgefühl
  • Zeig Deine Kunst, zeig dich und sprich über dein Warum
  • Komm mit den Menschen ins Gespräch, die deine Kunst mögen

 

So wirst du immer mehr Selbstvertrauen und neue Fans gewinnen und immer bekannter werden, Schritt für Schritt. 

Findest du, deine Kunst ist noch nicht perfekt oder noch nicht so, wie du sie möchtest?

 

Dann arbeite weiter dran - und geh trotzdem damit raus. So dokumentierst du den Weg deiner Kunst, deine Entwicklung. Du wirst nie perfekt sein, du wirst dich stets verändern. Aber für dein Publikum gibt es nichts Spannenderes als zu sehen, wie du dich entwickelst. Das gilt übrigens auch für uns Galerist:innen - wir möchten sehr gern deine Entwicklung sehen. 

  

Kunst liebt Mut.

Fazit: Hab Mut und fang einfach an

Wenn du gefunden werden möchtest, dann ist es wichtig, dass du deine Kunst und dich zeigst - sei es online oder im echten Leben. Je nachdem, was dir am besten liegt. 

 

Als Künstler:in bist du auch Verkäufer:in. Verkaufen bedeutet, Menschen zu etwas zu bewegen.

  • Menschen kaufen von Menschen.
  • Menschen bewegen Menschen. 
  • Nur, wenn du deine Kunst zu den Menschen bringst, wird sie gesehen, werden deine Ideen gesehen und nur so kannst Du wirken.

Du hat vielleicht gemerkt: Netzwerken und Interaktion sind die Basis all dieser Tipps. Denn immer kommst du in Kontakt mit deinem Publikum, mit den Menschen, die deine Kunst mögen und mehr von dir sehen möchten. 

kreative Frau sitzt vor Bildschirm am Schreibtisch mit pinken Blumen, Tasse Kaffee und Malblock
Nutze die Möglichkeiten, deine Kunst online zu zeigen: Foto von Anthony Shkraba (Pexels)

Das funktioniert übrigens auch, wenn du eher ein introvertierter Mensch bist, so wie ich.

 

Dank dem Internet muss ich nämlich nicht unbedingt persönlich bei Veranstaltungen auftauchen und schon gar nicht irgendwelche Menschen einfach anrufen. 

 

  • Wenn sich Menschen auf meine Website finden und die Artikel durchlesen, lernen sie mich bereits kennen
  • Wer meine Posts auf Instagram sieht, verfolgt den Weg der Galerie und bekommt viele Einblicke und Inspirationen 
  • Im Internet kann ich die Kunstwerke vorstellen und sogar online verkaufen

Ganz egal, welchen Weg du für dich wählst: Hab Mut und fang einfach an!

Deine Susanne Höhne
Glaube an dich und deine Kunst! Deine Susanne Höhne

Die Kunst, deine Kunst zu verkaufen

 

Möchtest du gern lernen, wie du deine Kunst online vermarkten kannst?

 

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Dieses Training ist extra für visuelle Künstlerinnen und Künstler, die ihre Kunst selbst online verkaufen möchten.

 

Du lernst in 4 Modulen, worauf es wirklich ankommt, um mit deiner Kunst Geld zu verdienen.  

 

Bisher habe ich sehr gutes Feedback bekommen - das Training wirkt! 


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Kommentare: 1
  • #1

    Aischa MBengue (Montag, 30 August 2021 05:53)

    Hallo Susanne Hoehne

    Habe aufmerksam gelesen. Und mich angemeldet. Dankeschön für deine interessanten Tipps.
    mein Account bei Instagram:
    Aischafeeling
    und hier:
    https://aischa-mbengue.menschkunst.de/

    Schönen Urlaub und LG
    Aischa MBengue